
Immer mehr Dachdeckerbetriebe beraten zu Photovoltaikanlagen, verkaufen Systeme und ĂĽbernehmen die Montage auf dem Dach.
Das ist nachvollziehbar – das Dach ist ihr Fachgebiet.
Doch eine PV-Anlage ist nicht nur ein Montagesystem.
Sie ist eine elektrische Anlage.
Auf dem Dach entstehen Gleichspannungen, die je nach Anlagengröße mehrere hundert Volt betragen können. Steckverbindungen müssen fachgerecht gecrimpt werden, Leitungen richtig geführt und mechanisch geschützt sein. Fehler an dieser Stelle bleiben oft lange unentdeckt – bis es zu Ertragsverlusten, Lichtbögen oder Schäden kommt.
Aus meiner Sicht ist daher klar:
Wer als Dachdecker PV-Anlagen verkauft und montiert, sollte über fundiertes elektrotechnisches Grundwissen verfügen – beispielsweise durch eine Weiterbildung zur EuP oder Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten.
Das ersetzt keinen Elektrofachbetrieb.
Aber es schafft Sicherheit an der entscheidenden Schnittstelle zwischen Dach und Technik.
Photovoltaik ist kein reines Dachthema – und kein reines Elektrothema.
Sie ist beides.
Wie sehen Sie das in der Praxis?